Eine Katastrophe ist ein Ereignis, das eine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verursacht, bei dem Leben und Gesundheit vieler Personen, die Umwelt oder große materielle Interessen in erheblichem Maße bedroht oder geschädigt werden und das den koordinierten Einsatz von Dienststellen und Organisationen unterschiedlicher Disziplinen erfordert, um die Gefahr zu beseitigen oder die Folgeschäden zu begrenzen . Manchmal
entsteht eine Katastrophe oder ein Notfall langsam und ist genügend Zeit, um Maßnahmen zu ergreifen. Die meisten Katastrophen jedoch treten akut und vielfach dort auf, wo sie am wenigsten erwartet werden. Die Meldestellen fungieren in der Anfangsphase als Zentralen. Bei ihnen gehen alle Informationen ein, und durch sie werden alle Hilfskräfte alarmiert. Die Meldestellen sind an kurzfristige Überlastung bei begrenzten Schadensereignissen gewöhnt. Im Falle von ernsten Katastrophen aber sind sie überfordert und geht oft bereits in den ersten Minuten etwas schief.
Gerade die Anfangsphase eines Großschadensereignisses ist entscheidend für den weiteren Verlauf seiner Bekämpfung, denn in den ersten 30 bis 60 Minuten, die 'goldene Stunde' , muss die Lagefeststellung erfolgen. Die Leitstelle ist dann oft ein Flaschenhals bei der Weiterleitung von Informationen. Daneben werden Informationen oft, je nach der Disziplin des Personals, in der Meldestelle verändert und zu verschiedenen Zeitpunkten an die übergeordneten Krisenzentren durchgegeben, so dass ein falsches Bild der Lage entsteht und es den Anschein hat, dass die Notsituation länger andauert, als dies in Wirklichkeit der Fall ist.
Großschadensereignisse führen häufig zum Ausfall örtlicher Telefonverbindungen durch Überbelastung. Sowohl Mobil- als auch Festnetzverbindungen können dann nicht mehr benutzt werden. Unter hohem Druck müssen oft umfangreiche logistische Prozesse angekurbelt werden und Informationen über die ausgefallensten Dinge aus den entlegensten Ecken beschafft werden. Die Flutkatastrophe an Elbe und Donau und der Flugzeugabsturz in Amsterdam machen überdeutlich, was viele bereits wussten, dass es nämlich mit der interdisziplinären Kommunikation, dem Informationsfluss vom und zum Katastrophenort und der Kommunikation zwischen den Einsatzkräften und den übergeordneten Koordinationszentren und Katastrophenstäben sehr im Argen liegt. Der Unfall im Jahre 1996 beim Chemiewerk CMI in Rotterdam zeigte den mangelhaften Zugang zu Daten über Gefahrenstoffe und bildete den Anlass zum Start eines DV-Projekts zur Verbesserung der Zugänglichkeit im Krisenfall.
|